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Landesparteitag am 29.-30.8.2015 in Bottrop
Nach dem turbulenten Bundesparteitag in Essen hat der NRW Landesverband einen neuen Vorstand gewählt.
Sprecher
Marcus Pretzell, Martin Renner
stellvertretende Sprecher
Jochen Haug, Mario Mieruch, Renate Zillessen
Schatzmeister
Frank Neppe
Beisitzer
Jürgen Antoni, Christine Coroneo, David Eckert, Fabian Jacobi, Andreas Keith, Mara Müller

Mario Mieruch, Fabian Jacobi, Mara Müller, Martin Renner, Jürgen Antoni, Frank Neppe, Marcus Pretzell, Renate Zillessen, Andreas Keith, David Eckert, Jochen Haug und Christine Coroneo.

Hier die rekonstruierte Rede von Martin Renner
Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde.
Ich freue mich, hier und jetzt zu Ihnen sprechen zu dürfen. Nicht nur aus Kandidaturgründen, sondern auch, weil ich so Gelegenheit habe, Ihnen die Gründe für meinen Enthusiasmus über die Alternative für Deutschland darzulegen.

Warum gibt es denn die Alternative für Deutschland?
Ja, sicher, wegen des verunglückten Währungsexperiments Euro und den katastrophalen Folgen der Euro-Rettungsschirme. Den verheerenden Auswirkungen dieser Rettungsschirme auf unsere Geldwertstabilität, unsere Sparvermögen und unser ganzes Finanzsystem.
Das auch.
Wir hatten in der Geburtsstunde der Alternative für Deutschland ein grundsätzliches Basispapier zur Beschreibung der zu besetzenden politischen Felder vorgelegt. Doch daraus resultierten – leider schon sehr früh – Differenzen mit Herrn Lucke.
Wir beschrieben die Verwüstungen in allen Teilen des Politischen in Deutschland. Wir beschrieben das Konstrukt EU und den damit einhergehenden Verlusten an den Souveränitätsrechten der Bürger. Wir analysierten die beabsichtigte Entnationalisierung der Staatsvölker und die gewollte und gezielte Abschaffung der nationalen Identitäten. Und stellten sehr systemkritische Fragen nach dem Nutzen und fragten nach dem und der Nutznießer solcher politischer Konzeptionen.

Was für eine EU soll es denn sein? Wenn der Bürger keine Souveränität und die Institutionen keine demokratische Legitimation mehr haben. Wenn das Recht permanent gebrochen wird. Wenn die Bürger zu „Systemsklaven“ gemacht werden sollen, ohne Herrschaftsrechte und nur noch mit Funktionspflichten.
Soll und muss es eine Leitkulturdebatte geben?
Demografie, Energiepolitik. Sicherheits- und Außenpolitik waren weitere Bereiche.
Doch, meine sehr verehrten Damen und Herren, die Aufgaben an die Alternative für Deutschland sind sehr viel schwerwiegender.
Für Deutschland.
Die Alternative. Das steht doch schon im Namen.

Die Alternative für Deutschland muss deutsche Interessen in allen Bereichen des Politischen formulieren. Und die vornehmste und wichtigste Aufgabe unserer Partei ist: Die Verteidigung des Eigenen, die Bewahrung der nationalen Identität. In der Kulturanthropologie nennt man für den Begriff „Heimat“, die Trinität von „Gemeinschaft, Raum und Traditionen“. Die Bewahrung dieser Trinität ist gemäß der Menschenrechtscharta der Vereinten Nationen ein unveräußerliches Grundrechtsgut.
Die Alternative für Deutschland hat also die Pflicht zur Formulierung der deutschen Interessen, ganz allgemein, und die Formulierung der Interessen für die werteschaffenden Milieus, im Besonderen.
Denn eines ist doch wohl unumstritten. Die Verwüstungen, angerichtet durch die etablierte Politik, gehen überwiegend zu Lasten der werteschaffenden Milieus, wobei „werteschaffende Milieus“ nicht nur diejenigen sind, die einen monatlichen Gehaltsscheck in Empfang nehmen können.
Ganz sicher ist: Schwarz-Rot-Gold sind die Farben unseres Landes und Schwarz-Rot-Grün sind die Farben, die es ruinieren.
Wir müssen erkennen, wer unsere Gegner sind.
Wir erleben seit nunmehr 70 Jahren eine geplante und unerbittlich geführte Dekonstruktion unseres nationalen und kulturellen Erbes und damit unserer Identität und die Schaffung der „neuen Gesellschaft.“
Diese Dekonstruktion verlief in aufeinander folgenden Etappen:

Re-Education.
Ein Instrument der psychologischen Kriegsführung. Es sollte die Tradition, die Sprache, die Kultur in Deutschland zerstört werden. Auch durch eine immerwährende Schuldanerkenntnis und – dies ist zutiefst unmenschlich – auch generationsübergreifend. Dieser Plan zur Re-Education verlief sehr erfolgreich. Sprechen wir heute doch schon von einem „Schuldkult“ der Deutschen.

Frankfurter Schule.
Eine Einrichtung zur Theorieentwicklung der neomarxistischen Ideologie. Besonders im Blick, die Auslöschung der christlich-abendländischen Basierung unserer Gesellschaft. Also eines unserer wertegebenden Fundamente unserer Gesellschaft.

Marxistische Kulturrevolution der 68er.
Wir erleben hier die reale Umsetzung der theoretisch formulierten Ansätze der Frankfurter Schule eines Horkheimers und Adornos. Die 68er machten sich auf, zum Marsch durch die Institutionen. Sie erkannten die strategischen Positionen der Multiplikatoren im öffentlichen Raum. Sie machten die Hochschulen und Schulen zu Agitationszentren ihrer Ideologie. Pastoren besetzten die Kirchenkanzeln und predigten dort vom Heil der „neuen“ Gesellschaft. Derart ideologisiert, dass heute die evangelische Kirche zu nichts anderem mehr taugt, als eine politische Vorfeldorganisation der Roten und Grünen zu sein. Von der Verkündung der frohen Botschaft des Christentums ist nichts mehr geblieben.

Grünökologisch-alternative Bewegung.
Diskursraumverengung. Tantenhafte Ermahnungssprache. Toleranz gegenüber denjenigen, die sich sprungbereit dem Meinungsdiktat unterwerfen? Gutmensch-Attitüde. Ich rette die Welt, mache die Menschen zu „guteren“ Menschen, allerdings mit dem Geld anderer Leute. Die dafür umso mehr schuften müssen. So auch jetzt wieder, im Bereich Zuwanderung. Obwohl alle wissen, dass wir uns mit der aktuellen Interpretation - auch als Beugung zu bezeichnen - des Asylsrechts, das Chaos, die Korruption, die Barbarei und die Dysfunktionalität der Dritten Welt in unser Land, in unsere Heimat, holen werden.

Multikulturelle Bekehrung.
Milton Friedmann, Nobelpreisträger, schreibt: „Ein Staat kann ein Sozialstaat sein. Ein Staat kann offene Grenzen haben. Aber niemals beides zusammen. Das Sozialsystem wird unheilbar zerrüttet und unfinanzierbar, wenn man dieses nicht beherzigt.“ Man redet uns ein, ein multikulturelles Deutschland wäre bunt. Nein, die Lüge könnte nicht größer sein. Multikulti ist trist, denn die „Bereicherung“ ist zu 80% eine moslemische Bereicherung. Ein Islam, mit Koran und Scharia, der seine Herkunftskultur für wertvoller hält als die der aufnehmenden Gesellschaft. So entsteht eine Gegenkultur, die irgendwann – vermutlich recht zeitnah – mit unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung in Kollision geraten wird. Über die Härte der dann zu erwartenden Auseinandersetzung braucht man nicht zu spekulieren.

Die AfD ist dazu da, die Überwindung der linksideologischen Indoktrination unserer Gesellschaft in Angriff zu nehmen.
Darauf bin ich stolz und Sie doch sicherlich auch, dass die AfD die letzte Chance sein wird, die schon von Kohl in 1980 versprochene und so dringend benötigte „geistig-moralische Wende“ herbeizuführen. Die CDU konnte dieses aus Taktik und Feigheit nie leisten. Zu verlockend war es für die Schwarzen mit dem „C“ im Namen, sich dem Zeitgeist hinzugeben und neue Koalitionsperspektiven zu eröffnen, als standhaft das Eigene zu bewahren.

Wir von der AfD sind die bürgerliche Avantgarde. Wir müssen das bleierne Biedermeier unsere Zeit überwinden.
Ich habe zeitlebens in der strategischen Kommunikation für internationale Konzerne gearbeitet. Und deshalb weiß ich: Wir, als Partei der bürgerlichen Avantgarde müssen die Bastei, den Wehrturm der öffentlichen Meinung belagern und erobern.

Wie aber erobern wir diesen metapolitischen Raum? Den Raum der öffentlichen und veröffentlichten Meinung?
Schenken wir doch einfach Lenin, einem ausgewiesenen Experten revolutionärer Situationen, ein wenig Vertrauen. Er meinte, dass der Umkehrpunkt dann erreicht sei, „wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen.“

Die oben können schon lange nicht mehr. Das sehen wir täglich.
Wir müssen dafür sorgen, dass die unten nicht mehr wollen.

1. Wir bestimmen die Themen selbst!
Wir lassen es nicht zu, dass unsere Themen von den Meinungsgouvernanten missbilligend verworfen werden. Wir sprechen über das Schächten, über Beschneidung, über Islamisierung, über Zuwanderung, über Rentenraub, aber auch über den Hass aufs eigene Volk, den viele Rote und Grüne ganz freimütig über das Land kübeln.

2. Wir setzen die Sprache so ein, wie wir es für richtig halten!
Denn Sprache ist die Physiognomie des Geistes. Wir sagen Asylantragsteller, wenn es sich um solche handelt. Aber nicht jeder hierher Kommende ist ein Flüchtling und nicht unbedingt und in jedem Falle ein Vertriebener. Neusprech und Doppeldenk sind keine rhetorischen Figuren unserer Sprache. Im Gegenteil, wir decken diese Sprachverhüllungen, die eigentlich Denkverhüllungen sind, bei unseren Gegnern auf.

3. Wir kämpfen um die Köpfe!
Wir machen den eher unpolitischen konservativen „Bourgeois“, der sich für nicht viel mehr als seine individuelle Behaglichkeitszone interessiert, zum politischen, am Gemeinwohl orientierten „Citoyen“.

4. Wir lieben die Provokation!
Wir setzen die Provokation gezielt ein und dekuvrieren den öffentlichen Diskurs als Herrschaftsinstrument. Wir machen das Machtkartell der Parteien und Medien lächerlich, wo immer wir es können. Öffentliche Auftritte sind für uns nicht dazu da, das wir das feine und perfide Spiel der Vernebelung mitspielen, sondern dafür, dass wir durch vorbereitete Sprach-Provokationen diese Spielchen beenden.

5. Wir erliegen nicht der Political Correctness!
Und schon gar nicht im Umgang mit uns selbst. Wir üben niemals wieder die Un-Kultur der Abgrenzeritis. Wir akzeptieren nicht die Kampfbegriffe unserer Gegner im eigenen innerparteilichen Diskurs.

Meine Damen und Herren, ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit allen in diesem neu zu wählenden Vorstand. Ich selbst strebe die Verantwortung für die politischen Strategie und die politische Kommunikation im Landesvorstand der AfD in NRW an.

Meine sehr verehrten Damen und Herren.
Wir sind nicht Dunkeldeutschland. Wir sind nicht Pack.
Wir sind Deutsche.
Und wir sind die Alternative für Deutschland.
Ich danke Ihnen für Ihr Zuhören und ihr Vertrauen.